Archiv für den Tag 25. August 2017

Die Zukunft der Arbeitswelt – lebenslanges Lernen und Verändern. 1/4

Das derzeitige Bildungssystem bereitet nicht mehr ausreichend auf aktuelle Arbeitsumgebungen vor.

Berufe, die heute am Markt zur Verfügung stehen, sind moderne Jobs des 21. Jahrhunderts. Allerdings führen die meisten Arbeitnehmer diese Berufe auf eine veraltete Art und Weise aus dem vorherigen Jahrhundert aus. Nämlich so, wie unsere Gesellschaft die Menschen im vorigen Jahrhundert trainiert und ausgebildet hat.

Zur historischen Entwicklung unseres heutigen Bildungssystems:

  • Im 19. Jahrhundert gab es eine massive Bewegung der Bevölkerung von den ländlichen in den städtischen Raum. Das Bildungssystem wurde damals aufgebaut, um die überwiegend vom Land hinzugezogenen Arbeitskräfte für die stark manuell geprägte Arbeitswelt in den wachsenden Städten vorzubereiten und auszubilden (insbesondere handwerkliche Betriebe).
  • Im 20. Jahrhundert wurde die Arbeitstätigkeit zunehmend durch standardisierte Fabrikarbeit im großen Format dominiert. Es entstanden erste Großunternehmen. Aus damaliger Sicht war das aufgebaute Bildungssystem – mit wenigen Modifikationen und Erweiterungen – weiterhin geeignet, um gute Fabrikarbeiter und ihre Vorarbeiter und Führungskräfte auszubilden. Das Management der Fabriken konzentrierte sich auf eine Reihe von Werkzeugen, um diese Art der Arbeit noch weiter zu optimieren: Operationelle Effizienz und Standardisierung, sog. Taylorimus und schließlich Managementphilosophien, wie z.B. Six Sigma. Alle Arbeiter und Führungskräfte waren vor Ort in der Fabrik bzw. im Unternehmen tätig und rund um die in der Regel recht starren Arbeitsverträge wurde ein Sozialversicherungsnetz gebaut.

Im heutigen 21. Jahrhundert beobachten wir den Aufstieg neuer Arbeitsmodelle, wie z.B. freiberufliche Tätigkeiten, flexibles Arbeiten und Arbeiten von zu Hause oder aus der Ferne. In den meisten modernen Unternehmen lernen es Teams agiler zusammenzuarbeiten, mit den unterschiedlichsten Arbeitszeit- und Anwesenheitsmodellen umzugehen und personelle und fachliche Kapazitäten flexibel hoch- und runterzufahren, je nach den sich laufend ändernden Rahmenbedingungen in einer sich rapide verändernden Welt. Auf diese Veränderungsgeschwindigkeit und entsprechende Unsicherheiten müssen sich die Unternehmen, und damit auch die Arbeitnehmer, zunehmend einstellen. Das sind die Anforderungen der Arbeitswelt aktuelle und in der Zukunft.

Unser heutiges Bildungssystem hat allerdings mit diesen Entwicklungen nicht Schritt halten können. Wir schicken unsere Kinder unverändert durch ein vergleichsweise starres Schulsystem, ein Hochschulabschluss wurde inzwischen zur unsichtbaren Zugangsschwelle für zukunftsorientierte Berufsbilder. Allerdings bereitet das Modell tatsächlich niemanden mehr wirklich auf die zunehmend flexible Arbeitswelt vor. Fachliches Know-how veraltet aufgrund der umfassenden Veränderungsprozesse inzwischen innerhalb weniger Jahre, in jeden Fall innerhalb eines regelmäßigen Studiums von derzeit rd. vier Jahren, welches auf einem starren, vor Jahren entwickelten Lehrplan basiert.

Auch ein Lernen „on-the-job“ kann diese Defizite nicht komplett beseitigen.

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