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Halloween – 3 Tage danach.

„Wir sind die bösen Geister

und essen gerne Kleister.

Und wenn Sie uns nix geben,

dann bleiben wir hier kleben.“

Diesen Spruch höre ich auch 3 Tage nach Halloween nicht nur in meinem Kopf als Evergreen zur Erinnerung an einen der Höhepunkte der letzten Tage. Vielmehr höre ich die Worte auch noch ganz laut und auswendig zitiert von meiner nicht mal 3-jährigen Tochter auf dem Weg zum Einkaufen. Halloween hat nicht nur bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auf dem Weg zum Einkaufen hat sie diesen Spruch immer wieder aus dem Repertoire ihrer Sprüche herausgeholt. Sie hat auch mit Ausdauer und Genuss vom schauderhaften Abend von vor 3 Tagen berichtet. Was war auch nicht alles Spannendes passiert. Erst das tagelange, nein: wochenlange Hinfiebern auf den großen Tag bzw. Abend, das Aussuchen der Kleider, das Anprobieren. Dann am Halloween-Abend das Anziehen der Kleider, das düstere Schminken, die wilde Halloween-Musik, das Zitieren des vorbereiteten Sprüchleins nach dem Öffnen der Türen der aufzusuchenden Häuser. Die Dunkelheit, die Besuche bei den Familien, das Klingeln an den Häusern, die gruseligen Erlebnisse, die vielen Süßigkeiten, das gemeinsame Erlebnis – als Familie wie auch als Nachbarschaft. Es gab und gibt also viel Nachzudenken und zu rekapitulieren. Ganz abgesehen von den vielen Süßigkeiten, die nun aufgehäuft bereitstehen zur sukzessiven Vernichtung durch die kleinen Geister.

Ein Blick in die länger zurückliegende Vergangenheit: Wenn ich zurückdenke, ist es noch gar nicht so lange her, dass Halloween sich in unseren Breitengraden breit gemacht hat. Zu meiner Kindheit gab es Halloween für uns Kinder noch gar nicht als aktives Ereignis. Der Begriff war – zumindest soweit ich mich erinnern kann – vielmehr belegt durch Horrorfilme, made in USA. Selbst in späteren Jahren kann ich aus eigenem Erleben und eigener Beobachtung nicht sagen, dass Halloween bei uns wirklich gefeiert wurde. Ich kann mich nicht erinnern, dass nach Einbruch der Dunkelheit ganze Heerscharen von Kindern, Jugendlichen, Familien auf den Straßen unterwegs waren, um „Süßes oder Saures“ zu fordern bzw. anzudrohen. Auch haben sich viele Häuser bzw. innewohnende Haushalte bereits auf diese Invasionen mehr oder weniger umfassend eingerichtet. Gruselige Dekorationen und Süßigkeiten en masse stehen bereit, um das internationale Ereignis wirklich würdig zu begehen…Übertreibungen bei den gruseligen Aktivitäten nicht ausgeschlossen.

Den Kindern hat es jedenfalls hervorragend gefallen. Halloween war ein voller Erfolg. Eine spannende Nachtwanderung mit Süßigkeiten und Gruselei – langes Aufbleiben inklusive. Was will das Kinderherz mehr. So ist es auch wenig überraschend, dass auch 3 Tage nach Halloween immer noch gerne – und mit Enthusiasmus – darüber nachgedacht und gesprochen wird.

Trotzdem – tempus fugit – die Zeit fliegt weiter und die nächsten großen Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Natürlich gehören dazu als erster Schritt die St. Martins-Feierlichkeiten, dann kommt aber auch schon der Advent und das konkrete und intensive Nachdenken, welche Weihnachtsgeschenke es denn dieses Jahr geben könnte. So wird es das ganze Jahr über nicht langweilig. Spannende Ereignisse und Festtage pflastern das Kalenderjahr. Und das ist schön so – finden insbesondere die Kinder.

Was ist Dir von Halloween besonders im Gedächtnis geblieben? Oder kannst Du mit diesem amerikanisch geprägten Ereignis nichts anfangen?

Ich freue mich in jedem Fall auf Deine Nachricht.

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An diesen 20 Punkten erkennst Du das echte Leben mit Kindern.

Ich freue mich immer wieder, mich mit werdenden Eltern auszutauschen. Diese Paare haben geheiratet – oder auch nicht – und freuen sich jetzt jedenfalls auf den Nachwuchs. Solange sie es aber noch nicht selbst erlebt haben, können sie es sich gar nicht vorstellen, wie es tatsächlich ist, Kinder zu haben und mit Kindern zu leben.

Ich selbst habe inzwischen vier Kinder.

Für Euch – und für alle, die bereits Kinder haben oder keine Kinder haben, hier meine Liste der 20 Punkte, an denen Du das echte Leben mit Kindern erkennst:

  1. Du schläfst Abends alleine bzw. als Paar im Bett ein und am nächsten Morgen ist jeder Zentimeter des Bettes ausgefüllt. du hast gar keinen Platz mehr. Kinder liegen über oder neben Dir. Denn während der Nacht wandert ein Kind nach dem anderen in das elterliche Bett. Denn dort ist es viel weicher, kuscheliger, wärmer.
  2. Du bekommst bedeutsame Fragen gestellt, wie „Warum gibt es Menschen?“, „Warum gehst Du zur Arbeit, Papa?“ oder auch: „Warum dürfen die Regenwürmer / Schnecken nicht ins Haus?“
  3. Windeln wechseln, Milchflasche und/oder Brei geben, Gespucktes wegwischen, Kinder an-, aus-, und umziehen gehören zum Standardrepertoire. Dabei brauchst Du aber nicht glauben, dass die Kinder Dir diese Tätigkeit leicht machen. Sie versuchen häufig alles, Dir diese Aufgabe schwerstmöglich zu gestalten. Aus Sicht der Kinder soll das für die Eltern nämlich eine wirkliche körperliche und emotionale Herausforderung sein.
  4. Am Essenstisch kommst Du nicht mehr zu Wort. Die Themen ändern sich im Sekundentakt, gleiches gilt für die Lautstärke, Streit und Versöhnung sind nur Augenblick voneinander entfernt. Im Übrigen sieht der Tisch nach jedem Essen wie ein Schlachtfeld aus.
  5. Die Kinder fordern Präsenz ein. Spielen ist Pflicht. Vorlesen ist Pflicht. Dabei musst Du unbedingt bei der Sache sein und bleiben, sonst bekommst Du einen Rüffel.
  6. „Wann sind wir endlich da?“ ist der meist gesagte Satz im Auto – egal ob die Reise 10 Minuten oder 8 Stunden dauert.
  7. Jeder Tag, jeder Monat, jedes Jahr bringt Fortschritte, Entwicklung und Veränderung. Die Zeit fliegt. Ein Kind, das gerade noch auf dem Wickeltisch lag, ist – gefühlt – im nächsten Moment schon ein Schulkind und wird flügge.
  8. Du kennst Dich perfekt in der Kinderliteratur aus. Außerdem bekommst Du die entsprechenden Hörbücher mittels Dauerbeschallung auf die Ohren. Dadurch wirst du unter anderem bei „Bibi&Tina“ extrem textsicher und kannst die Charaktere mit Deinen Kindern diskutieren.
  9. Du erlebst hautnah, wie Kinder innerhalb von Sekunden ihre Interessen komplett ändern können. Im einen Moment wollen sie Rad fahren. Während Du das Fahrrad noch aus der Garage holst, nachdem Du 5 Minuten überall die Luftpumpe gesucht hast, kommt Dir schon das Kind entgegen und fordert Dich auf, endlich die Inliner zu suchen, die es jetzt  – eigentlich schon lange – fahren möchte. Rad fahren ist doof.
  10. Du kannst Stunden damit verbringen, bei regnerischem Wetter Schnecken am Weg zu suchen, einzusammeln und über die Straße zu tragen.
  11. Keine Angst vor Matsch. Die Kinder lieben es, sich total einzumatschen. Wichtig ist, vorab sicherzustellen, dass sie ihre Matschhosen anhaben  – sonst bekommen die Waschmaschine, die Dusche und die Eltern Extraschichten.
  12. Du wirst zum Profi-Baumeister. Ob im Sandkasten, mit Kastanien, mit Erde oder Papier. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Kinder fordern Dich entsprechend heraus.
  13. Die Kinder bereichern Dich täglich mit bunten Bildern. Insbesondere zur Kindergartenzeit sind der Produktivität der Kinder keine Grenzen gesetzt. Deine Wände zu Hause, Deine Bürowände sowie mehrere Ordner sind von den kreativen Ergebnissen der Kinder gepflastert.
  14. Du wunderst dich ein wenig darüber, was gute Kinderschuhe und Kinderkleidung kostet. Dann überlegst Du Dir, wie lange sie diese Sachen tragen können – und vergleichst dies auch mit Deinem eigenen Budget für regelmäßig neue Einkleidung. Dann vergisst Du diese rationalen Überlegungen gleich wieder – und kaufst das, was das Kind braucht.
  15. Du fieberst auf Halloween hin – genauso wie Deine Kinder. Kürbisse werden besorgt, zerschnitten, beleuchtet. Gruselige Kleidung wird besorgt, der Halloween Abend wird akribisch vorbereitet.
  16. Überhaupt die ganzen Ereignisse im Jahr (Geburtstage, Adventszeit, Weihnachten, Ostern, etc.) werden viel euphorischer und mit großer Spannung erwartet. Es wird darauf hingefiebert– mit den Kindern gemeinsam.
  17. Jedes Familienfest wird durch die Kinder enorm bereichert. Im Übrigen wird jede traditionelle Fest-Planung von den Kindern über den Haufen geworfen.
  18. Du lernst Dinge wieder neu – sei es das Spielen mit Playmobil und Lego, sei es aber auch die Mathematik oder Musikinstrumente. Und es ist schön zu beobachten, dass Lernen Spass machen kann – wenn es richtig gelehrt wird und man Lust darauf hat.
  19. Kinder lieben Medien. Unglaublich, welche große Faszination Handys, Fernsehen, Tablet für Kinder haben. Sie könnten sich stundenlang Bilder und Bewegtbilder anschauen – egal welcher Inhalt.
  20. Liebe und Emotion: mit Kindern erfährst Du nochmal ganz neu, was Emotion, Begeisterungsfähigkeit, Liebe und Zuneigung wirklich ist.

Erkennst Du Dich in einzelnen Punkten wieder? Entweder vom eigenen Erleben oder vom Beobachten? Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Im Ergebnis ist für mich ganz klar: Du kannst Dir beim besten Willen nicht vorstellen, was sich mit Kindern in Deinem Leben ändert. Nachher ist alles anders als vorher. Glaub mir.

Aber ich sage auch: das Leben mit Kindern ist ganz großartig. Sie bereichern Dein Leben!

P.S. Gerne nehme ich mit diesem Beitrag an der folgenden Blogparade teil: 

http://www.2kindchaos.com/familie/echt-jetzt-so-ist-das-leben-mit-kindern-wirklich-blogparade

Gedanken – Von den Kindern.

Heute ein paar nachdenkliche Zeilen von Khalil Gibran:

Eure Kinder sind nicht Euer Besitz.

Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch Euch, aber nicht von Euch.

Ihr könnt ihnen Eure Liebe geben, aber nicht Eure Gedanken,

denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Ihr könnt Ihrem Körper ein Zuhause geben,

aber nicht ihren Seelen,

denn ihre Seelen wohnen in dem Haus von morgen,

das ihr nicht besuchen könnt,

nicht einmal in Euren Träumen.

Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Euch bemühen zu werden wie sie,

aber ihr dürft sie nicht dahin bringen wollen, zu werden wie ihr.

Denn das Leben geht nicht rückwärts und hält sich nicht auf beim Gestern.

 

Viele Grüße

Andreas

P.S. Wie gefällt Dir das Gedicht? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.