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Seid Ihr auch regelmäßige Kunden im Onlinehandel?

Der Onlinehandel wächst jährlich mit zweistelligen Prozentraten. Dem stationären Handel wird immer mehr der Rang abgelaufen. Das heißt nicht, dass der stationäre Handel vom Aussterben bedroht wird. Es heißt nur, dass der Onlinehandel immer wichtiger und dominanter wird – sich aber zunehmend auch mit dem stationären Handel verzahnen wird. Die geballte Kraft von Onlinehandel und stationärem Handel wird künftig Treiber von Wachstumstrends und optimalen Kundenerfahrungen sein. Wie sich Onlinehandel und stationärer Handel aufeinander zubewegt, ist ja schon am Markt zu beobachten.

Außerdem verändert sich auch der Onlinehandel selbst ständig. Neue technologische Entwicklungen machen es möglich.

Ich habe Euch ein paar Kernthemen zusammengestellt, die die weitere Entwicklung des Onlinehandels sicher in nächster Zeit dominieren werden:

Kundenberatung – Tailormade

Eine noch stärkere Personalisierung ist derzeit das große Thema für den Onlinehandel.

Denn persönliche, individuelle Kundenberatung besitzt einen besonders hohen Stellenwert für das Einkaufserlebnis. Dafür werden die Kunden auf allen Kanälen abgeholt und punktgenau angesprochen. Das heißt auf allen Kanälen, auf denen der Kunde unterwegs ist und die der Kunde für den Einkauf nutzen möchte.

Die personalisierte Kundenansprache und die damit verbundene Kundenbindung ist von herausragender Bedeutung für das perfekte, persönliche Einkaufserlebnis. Dazu müssen die Kunden dort abgeholt werden, wo sie sich tagtäglich bewegen.

Individuelle Produktempfehlungen sind dazu besonders wichtig. Dadurch kann dem Kunden gezeigt werden, dass man ihn versteht und genau das anbietet, was er möchte. Solche Empfehlungen können dann beispielsweise direkt auf das Smartphone des Kunden im Online-Shop gesendet werden.

Mobile Commerce

Die Ausrichtung des Versandhandels wird noch stärker in Richtung Mobile gehen. Die Bedeutung des Mobile nimmt allgemein vehement zu. Auch aus den normalen täglichen Lebensbereichen sind die Smartphones kaum noch wegzudenken. Smartphones und deren Funktionalitäten sind derzeit auch einer der wesentlichen Innovationstreiber.

Onlinehändler werden ihre Prozesse und Darstellungen demnach also noch deutlicher für mobile Einkaufserlebnisse optimieren.

Onlinehändler werden den Kunden noch attraktivere Einkaufswelten über ihre Mobilen Plattform bieten. Ergänzend können sie durch persönliche Kommunikation und Apps die direkte Verbindung mit den Kunden stärken.

Künstliche Intelligenz

Der Onlinehandel beschäftigt sich auch mit dem Thema künstliche Intelligenz. Hierbei können beispielsweise selbst lernende Produktbewertungs-Tools eingesetzt werden, die durch neuronale Filter die häufigsten Aspekte von Rezensionen bündeln. Ein neuronaler Algorithmus kann alle Bewertungen analysieren und lernen, welche Themen am häufigsten genannt werden und ob sie positiv, neutral oder negativ bewertet sind.

Die Produktsuche kann mit künstlicher Intelligenz wesentlich individueller und zielgerichteter ausgeführt werden. Auch virtuelle Assistenten könnten den Nutzer von Morgen auf dem Weg zum tatsächlichen Kauf sehr eng begleiten und ihn unterstützen, zum Beispiel durch gezielte Fragestellungen und Antworten.

Zur Künstlichen Intelligenz zählt auch die Kaufberatung durch Chatbots. Dabei werden die Dialogsysteme in Zukunft immer natürlicher sprechen und auf immer komplexere Kundenanfragen antworten können. Da die Maschine jedoch neben einer simulierten menschlichen Kommunikation auch Produkte sowie Kundenvorlieben kennen lernen muss, ist der Einsatz in den Shops noch nicht optimal möglich. Hier ist weiterer Entwicklungsaufwand erforderlich.

Ausblick

Als Kunde im Onlinehandel bist Du in guter Gesellschaft. Fast jeder hat die Vorteile des Onlinehandels erkannt und nutzt sie.

Und die Entwicklung zur Verbesserung der Onlineshops und zur Optimierung des individuellen Einkaufserlebnisses geht laufend weiter.

Wir werden erleben, wie sich die Leistungsfähigkeit aber auch die Anforderungen an den Onlinehandel in der nächsten Zeit in rasanter Geschwindigkeit weiterentwickelt.

Für uns Kunden bleibt es spannend zu beobachten, welche Möglichkeiten sich künftig noch eröffnen, der unseren Nutzen bei der Befriedigung unserer Bedürfnisse nach Produkten und Emotionen weiter erhöht.

Die Entwicklungen und Möglichkeiten weiter zu verfolgen und zu beobachten, wird sich dabei auch zukünftig als lohnend erweisen.

Welche Erfahrungen hast Du denn bislang mit dem Onlinehandel gemacht?

Was ist Dir beim Einkauf besonders wichtig?

Ich freue mich auf den Austausch mit Dir.

Viele Grüße

Andreas

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Sind Zinsen gerecht und warum gibt es den Zinseszins?

Zinsen sind gerecht.

Warum?

Zinsen sind der Preis dafür, dass Du Geld zur Verfügung gestellt bekommst für einen bestimmten Zeitraum. Dieses Geld kann derjenige, der Dir Geld leiht selbst nicht zum jetzigen Gebrauch bzw. Verbrauch nutzen. Der Geldgeber muss also warten, bis er das verliehene Geld wieder von Dir zurückbekommt. Damit ist der Zeitwert des Geldes eine wesentliche Wertkomponente des vereinbarten Zinses zwischen Geldgeber und Geldnehmer. Eine festgelegte Menge Geld in der Zukunft ist mehr wert als eine festgelegte Menge Geld heute.

Darüber hinaus lässt sich der Geldgeber in der Regel das Risiko bezahlen, welches er mit dem Geldverleihen eingeht, die so genannte Risikoprämie. Denn es besteht ja ein gewisses Risiko, dass Du als Geldnehmer das Geld verbrauchst und nicht zum vereinbarten Termin zurückzahlen kannst. Damit müsste der Geldgeber den Verlust seines Geldes hinnehmen. Dies versucht der Geldgeber natürlich dadurch zu vermeiden, dass er kritisch prüft, wem er Geld leiht. Er wird also in der Regel nur vertrauenswürdigen und kreditfähigen Personen Geld verleihen. Es handelt sich im Übrigen um einen wesentlichen Kritikpunkt am gesamten Kreditwesen: wer zahlungsfähig ist, also Geld hat, oder glaubwürdig versprechen kann, Geld zu besorgen, bekommt viel leichter einen Kredit als jemand, der ihn vielleicht viel dringender bräuchte, der aber nicht nachweisen kann, dass er in der Lage ist, das Geld auch vereinbarungsgemäß wieder zurückzuzahlen. Also: wer Geld hat, dem wird mehr Geld gegeben. Wer kein Geld hat, bekommt auch keinen Kredit.

Insgesamt handelt es sich beim Zins als um den Preis für die Zurverfügungstellung von Geld für einen bestimmten Zeitraum, auch Kredit genannt. Der Geld- oder Kreditgeber erwartet aber, dass er das verliehene Geld wieder zurückerhält, mit Zins und Zinseszins. Der Zinseszins ist rein finanzmathematisch bedingt der Zins auf einen bereits verzinsten Betrag. Denn der Anspruch auf einen Zins, der nicht bezahlt wird, ist ja auch wieder ein Kredit bzw. ein Geld verleihen. Daher muss dieser Zinsanspruch vom Geldleiher auch wieder verzinst werden.

Hast Du Fragen oder Kommentare dazu?

Gerne helfe ich Dir weiter!

Viele Grüße

Andreas

Finanzielle Freiheit fängt im Kopf an.

Wenn ich so durch die Blogs schaue, lese ich immer wieder etwas von dem vielfachen Streben nach so genannter Finanzieller Freiheit? Was ist das? Der Begriff ist mir in der hier oft kolportierten Auslegung in der Vergangenheit noch nicht wirklich über den Weg gelaufen. Natürlich sind die Konzepte, die dahinter stehen, schon lange geläufig. Und dem Grunde nach, lebe ich auch schon immer nach den Systemen und Verfahren, die dort oft beschrieben werden, um finanzielle Freiheit zu erlangen. Mir scheint in diesem Zusammenhang auch, dass sich viele Menschen, hierzu einem unnötigen und ungesunden Druck aussetzen.

Wichtig ist mir, in diesem Blog folgenden Gedanken zu betonen:

Wenn Du die richtige Einstellung mitbringst, genießt Du das Leben bereits heute und an jedem Tag.

Ein Streben nach finanzieller Freiheit sollte Dich also nicht einschränken, das Leben jeden Tag zu auszuleben und zu genießen.

Ich finde es schade, wenn manchmal der Eindruck entsteht, dass Sparen und Investieren etwas mit Entbehrung zu tun hat.

Mir fehlt beispielsweise nichts, wenn ich mir nicht alles kaufe. Gerne spare und investiere ich auch finanzielle Mittel, die ich nicht für mein momentanes Leben benötige. Diese Mittel stehen mir dann zu einem anderen Zeitpunkt zur Verfügung, wo ich sie vielleicht benötige. Möglicherweise machen es künftige Lebensumstände notwendig oder sinnvoll, diese verfügbaren Mittel dann einzusetzen.

Es geht mir aber nicht darum, in 5,  10 oder 15 Jahren finanzielle Freiheit erreicht zu haben. Finanzielle Freiheit verstehe ich als die Freiheit, die Verfügbarkeit von finanziellen Mitteln (weitgehend) selbst gestalten zu können, das heißt beispielsweise für die laufende Lebenshaltung nicht abhängig zu sein, von einem abhängigen Arbeitsverhältnis. Es bedeutet eigene Kontrolle über die finanziellen Mittel (die wieder natürlich nie komplett unabhängig sein können, bspw. von Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten). Finanzielle Freiheit ist aber kein Selbstzweck.

Mir selbst geht es zuvorderst darum, ein zufriedenes, erfülltes Leben an jedem Tag meines Lebens zu leben. Und da wäre es grundfalsch, auf eine Zeit in X Jahren zu warten und zu sagen: „In 5 Jahren bin ich finanziell frei – dann kann ich endlich tun und lassen was ich will. Dann fängt das Leben an.“ Nein, das ist nicht richtig. Dein Leben wird an jedem Tag um einen Tag kürzer. Die Uhr tickt. Das heißt aber nicht, auf Teufel komm´ raus zu konsumieren.

Vielmehr ist es auch möglich, Genuss daraus zu ziehen, in seiner Zeit das tun zu können, was einem Spaß macht, was einen also zufrieden stellt. Beispielsweise mit Aktivitäten, die ein persönliches Wachstum ermöglichen.

Und wenn in deinem täglichen Tätigkeitsspektrum ein Arbeitsverhältnis im Angestellten-Status als Einkommensbestandteil enthalten ist, kannst Du Dir jeden Tag überlegen, ob Dir Phasen von Stress mit Arbeitskollegen diese Aktivität noch Wert ist oder nicht. Und wenn nicht, suchst Du Dir was Neues. Das ist ein großartiges Gefühl von Freiheit. Das ist der wirkliche Kick!

Daher, Investiere jeden Tag in Dich selbst und nutze die Erträge aus Deinen erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten für Deine persönlichen Ziele! Just Do It!

Viele Grüße

Andreas

Ist Gold die neue Währung? Welche Bedeutung haben Goldreserven für den Wert einer Währung?

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In Anbetracht der Flut von Geld, welches aufgrund der niedrigen Zinsen weltweit Anlagemöglichkeiten sucht, stellt sich die Frage, ob es nicht alternative Währungen gibt, die eine größere Stabilität aufweisen. Traditionell wird dabei immer wieder auf das Gold verwiesen.

Gold weist im langfristigen Vergleich eine hohe Wertbeständigkeit auf.

Dadurch, dass Gold weltweit ein knappes und wertvolles Gut ist, hat es schon seit Jahrhunderten einen Wert an sich, der – auch in finanzielle Währungen der nationalen Notenbanken gerechnet – ein mehr oder weniger stetiges Wachstum erfährt. In alten Zeiten war Gold sogar schon mal ein regelmäßiges Zahlungsmittel. Dinge und Sachen wurden in Gold aufgewogen. Durch die nachfolgenden Fortschritte in der Wirtschaft wurde die Abrechnung von Zahlungsvorgängen in Gold tendenziell zu schwerfällig, weswegen man davon abkam und zunehmend auf Geldnoten umstieg.

Geldnoten haben Gold als Zahlungsmittel weltweit abgelöst – aber nie so ganz.

Diese Geldnoten wurden von den damals sukzessive entstehenden Nationalstaaten emittiert und mit dem Versprechen verbunden, dass der Inhaber des Geldscheins den aufgedruckten Betrag jederzeit im jeweiligen Staat als Zahlungsmittel einlösen kann. Der Staat hat sich ein Monopol ausbedungen, solche Geldscheine als alleinige Zahlungsmittel für den jeweiligen Staat zu emittieren. Im Gegenzug vertraut derjenige, der einen solchen Geldschein besitzt darauf, dass der Geldschein auch den aufgedruckten Wert hat. Dieses Vertrauen in eine Währung wird maßgeblich dominiert von der Stabilität und Kontinuität der jeweiligen nationalen Wirtschaft und von der Glaubwürdigkeit der staatlichen Politik.

Wenn die Vertrauen in die Politik und in die Stabilität der Wirtschaft verloren geht, können Bedenken gegen die Werthaltigkeit der jeweiligen Währung entstehen. Alternative Zahlungsmittel werden in solchen Fällen häufig gesucht. Gefunden werden dann oft Währungen anderer Nationalstaaten oder auch physische werthaltige Zahlungsmittel, wie beispielsweise Gold.

Denn Gold war stets weltweit ein zulässiges Zahlungsmittel, welches auch durch staatliche Politik oder durch Misswirtschaft, nicht wesentlich an Wert verlor.

Daher werden in allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten oder Phasen der Unsicherheit häufig Investments in Gold empfohlen. Der Goldpreis steigt dann allerdings auch mehr oder weniger erheblich.

Goldreserven eines Staates können einen Staat stabilisieren – ob sie auch eine nationale Währung stabilisieren können?

In der Regel verfügen die Nationalstaaten über mehr oder weniger hohe Goldreserven. Dabei gibt es eine feste Verbindung zwischen den Goldreserven eines Landes und dessen Währung gibt es – anders als noch bis zu den 70er Jahren in einzelnen Ländern, insbesondere den USA –  nicht mehr. Bis in die 70er Jahren wurde in den USA die Ausgabe von Geldnoten mit dem Versprechen verbunden, dieses Papier (Geldscheine) jederzeit bei der jeweiligen nationalen Zentralbank in Gold eintauschen zu können. Dieses Versprechen geben die USA nicht mehr.

Daher besteht bei der Ausgabe von Geldnoten nur noch das ausdrückliche Versprechen der Staaten, dass die Geldscheine den aufgedruckten Wert haben. Wer das Geld entgegennimmt muss aber heutzutage darauf vertrauen, dass die Länder ihren Verpflichtungen aus diesen Geldscheinen auch tatsächlich nachkommen. Wie viel diese Versprechen in der aktuellen Situation noch wert sind, kann man sich selbst ausrechnen. Hohe vorhandene Goldreserven ermöglichen aber immerhin, in ein gewisses Vermögen eines Staates zu vertrauen und damit daran zu glauben, dass der Staat die Goldreserven in Krisenzeiten einsetzen wird, um Politik und/oder Wirtschaft des jeweiligen Landes zu stabilisieren.

Ich fasse zusammen – Gold stellt einen Wert dar.

Dieser Wert ist historisch belegt und vorhanden. Gold war immer – unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – etwas wert. Gold war auch häufig ein sicherer Hafen in Krisenzeiten – so auch möglicherweise in heutigen Zeiten. Durch Zuhilfenahme eines Zahlungsmittels Gold werden immer Tauschtransaktionen möglich sein, da die Wirtschaft stets an den nachhaltigen Wert des Goldes vertraut.

Daher wird Gold häufig auch als Geldanlage verwendet, selbst wenn nicht ausdrücklich von Wertsteigerungen ausgegangen wird. Gold wird dabei heute häufig – von der Sicherheit und Risikoarmut des Investments –  in eine ähnliche Anlageklasse gesteckt wie Immobilien. Wahrscheinlich auch nicht ganz zu Unrecht. Auch wenn Gold selbst keine Rendite erwirtschaften kann, sondern nur die Aussicht auf Wertsteigerungen bietet.

Vorhandene Goldreserven von Staaten können der Stabilisierung von nationalen Währungen dienen, zum Stopfen von Löchern in nationalen Haushalten – oder auch als tatsächliche Reserve für wirklich schlechte Zeiten. Die Stabilität einer nationalen Währung kann aber heutzutage nicht mehr mit solchen Goldreserven in einen engen Zusammenhang gestellt werden. Die Goldreserven stellen damit eher einen Puffer dar, um nachteilige wirtschaftliche Entwicklungen abzuschwächen.

Gold ist und bleibt eine Währung. Gold ist und bleibt eine Anlageklasse in der Welt der Investments. Es bietet sich daher an, dass finanzielle Investoren individuell prüfen, ob ein  kleiner Anteil Gold in einer persönlichen Vermögensallokation sinnvoll ist.

Hast Du schon eine Geldanlage in Gold für Dich geprüft?

Warum bist Du zu welchem Ergebnis gekommen?

Wie stehst Du allgemein zum Thema Gold und Investment?

Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Finanzen für Paare – was gehört dazu?

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In einer Beziehung stehen normalerweise Finanzfragen nicht an allererster Stelle. Trotzdem ist es sinnvoll, auch in diesem Thema ein harmonisches, vor allem aber auch faires Miteinander zu finden.

Ich bin schon öfters gefragt worden, wie ich mit dem Thema Finanzen in der Partnerschaft umgehe. Paare finden und verlieben sich, ziehen nach einer Weile zusammen. Die Finanzen vermischen sich zunehmen und es stellt sich immer öfter die Frage: wer bezahlt was?

Eine Lösung zur sinnvollen Gestaltung und Steuerung dieser Finanzfrage kann ein gemeinsames Bankkonto sein.

Ich halte es für sinnvoll, wenn das Paar zumindest ein gemeinsames Bankkonto haben, um gemeinsame Ausgaben darüber abzuwickeln. Das heißt nicht, dass jeder Partner sämtliche seiner/ihrer Konten teilen muss. Aber zumindest ein gemeinsames Konto empfiehlt sich.

Was spricht dafür ?

  1. Wenn Zahlungen immer durch einen Ehepartner vom jeweiligen Individual-Konto übernommen werden, müsste in jedem Einzelfall ein Ausgleich durch den anderen Ehepartner erfolgen  – wenn eine gleich verteilte Kostenübernahme erfolgen soll. Das erhöht den Aufwand. Einfach ist anders.
  2. Mit einem gemeinsamen Bankkonto sind klare Regelungen verbunden, wie die beiden Partner das gemeinsame Konto in welchem Zyklus mit welchem Betrag auffüllen. Möglicherweise findet man dabei auch eine Lösung, die in Abhängigkeit von den individuellen Einkommensverhältnissen eine Gewichtung und damit eine einkommensbasierte Lastenteilung vorsehen kann.
  3. Es sind gleichfalls damit Regelungen verbunden bzw. von den Ehepartnern zu vereinbaren, was von diesem Konto grundsätzlich abgebucht werden soll – und welche anderen Kosten gegebenenfalls von den Ehepartnern von deren jeweiligem Individual-Konten getragen werden sollen.
  4. Eine erhöhte Transparenz ergibt sich durch diese Kontenstruktur (gemeinsames Konto, individuelle Konten) sowohl hinsichtlich der Einzahlungen auf dieses Konto als auch hinsichtlich der Art der Aufwendungen, die von diesem Konto aus bedient werden sollen. Es eröffnen sich sinnvolle und gleichberechtigte Gespräche für die Ehepartner über finanzielle Fragen, die ansonsten gar nicht erörtert würden.

Im Ergebnis kann ich es aus pragmatischen und finanzökonomischen Gründen nur empfehlen, zumindest ein gemeinsames Konto einzurichten, auf das beide Ehepartner – je nach Zahlungsfähigkeit bzw. nach Vereinbarung – einzahlen. Klarheit, Transparenz, Konsens und Offenheit in Finanzfragen sind in der Ehe wichtige Bausteine einer langfristigen Beziehung.

Hast Du schon darüber nachgedacht?

Wie werden wir in der Zukunft bezahlen?

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Nach einem aktuellen Bericht der UN (Vereinte Nationen über Handel und Entwicklung – UNCTAD) werden mobile Zahlungen die Zahlungen mittels Kreditkarte weltweit bis 2019 überholen. Damit werden Waren und Dienstleistungen künftig überwiegend über mobile Anwendungen auf dem Smartphone bezahlt. Diese Einschätzung gilt nach Angaben des Berichts vor allem für entwickelte Länder, während das Bargeld in den Entwicklungsländern immer noch dominierend bleibt.

Welche Zahlungsarten gibt es derzeit ?

Bargeld:

Zahlung mit Scheinen und Münzen, in Euro oder anderen Währungen.

Kreditkarte:

Zahlung durch Bereitstellung einer Kreditkarte, die belastet wird. Eine regelmäßige Abrechnung erfolgt anschließend über das Kreditkartenunternehmen.

Sonstige Zahlkarte (z.B. Giropay):

Zahlung durch Bereitstellung einer Zahlkarte, die mit einem Konto verbunden ist, welches dann belastet wird.

Lastschrift:

Genehmigung des Einzugs vom eigenen Konto.

Mobile Zahlung:

verschiedene Varianten, Zahlungen über das eigene Smartphone auszuführen bzw. freizugeben.

Welche Entwicklungen zeichnen sich international ab ?

Im Jahr 2014 wurden gemäß der besagten UN-Studie 51 Prozent der Zahlungen in den entwickelten Ländern auf der Grundlage von Kreditkarten ausgeführt. Allerdings wird diese Zahl voraussichtlich bis 2019 auf 46 Prozent fallen, da technische Fortschritte es den Menschen auf der Welt immer leichter machen, mit Hilfe von Smartphones zu bezahlen. Dies gilt nicht für die Entwicklungsländer. Dort ist Bargeld immer noch die bevorzugte Wahl.

Beispielsweise werden in Ägypten selbst E-Commerce-Einkäufe häufig noch Cash-on-Delivery durchgeführt, d.h. Zahlung bei Lieferung. In Kenia allerdings werden Online-Transaktionen inzwischen schon vielfach mobil bezahlt. Trotzdem herrscht in Kenia noch das Bargeld vor.

Ein Beispiel für ein Land, welches bereits jetzt ganz überwiegend auf mobile Zahlarten setzt, ist China. Das Land hat Dienstleistungen wie WeChat Pay und Alipay eingeführt. Letzteres wird von 68 % der Online-Shopper verwendet. Beide Dienste haben im Jahr 2016 laut TechCrunch Einkäufe im Wert von rund 3 Billionen USD abgewickelt.

In Zukunft wird darüber hinaus die Blockchain-Technologie für grenzüberschreitende Zahlungen zunehmend zum Einsatz kommen. Diese Technik könnte dazu beitragen, bislang hohe Transaktionsgebühren von Banken im internationalen Zahlungsverkehr zu umgehen, da diese Dienste Peer-to-Peer, d.h. direkt, sicher und deutlich preiswerter sind. Das heißt nicht, dass diese Art der Zahlung bereits heute häufig verwendet wird. Aber der UN-Bericht stellt fest, dass Verbesserungen bei der Sicherheit der Transaktionen und Optimierungen bei der Mindestlosgröße von entsprechenden Transaktionen künftig weltweit eine deutliche Erhöhung dieser Zahlart erwarten lassen.

Wie ist Deutschland hier aufgestellt ?

Deutschland muss man wohl aus heutiger Sicht mit Fug und Recht als klassisches Entwicklungsland betrachten – nach der Definition des UN-Berichts. Es gibt nur noch wenige entwickelte Länder auf der Welt, in der das Bargeld so vehement als Zahlungsmittel verteidigt wird, wie in Deutschland. Dafür mag es historische Gründe geben. Die Deutschen liebten die Deutsche Mark (DM), haben sich seit Jahrzehnten sehr stark damit identifiziert, auch mit dem Hintergrund der Erfahrung aus zwei Hyperinflationen innerhalb weniger Jahrzehnte. Nun haben sie sich – schweren Herzens – an den Euro gewöhnt, wohl wissend – und damals fest versprochen von Herrn Weigel, dem damaligen deutschen Finanzminister – dass der Euro unverändert stark durch deutsche Politik und die deutsche Wirtschaft dominiert wird. Letztlich bleibt das Bargeld der Deutschen liebstes Zahlungsmittel.

Nun gibt es ja gute Gründe, warum bspw. viele andere, insbesondere nord-europäische und angloamerikanische sowie fernöstliche Länder teilweise schon lange auf einfachere, bargeldlose Zahlmethoden umgestiegen sind. Die Einfachheit der Zahlung hatte ich schon angesprochen. Preiswerter sind diese Zahlmethoden ebenfalls, da keine Kosten für Bargeldbesorgung und Bargeldhaltung – sowohl beim Endnutzer als auch bei den Banken – entstehen. Es müssen keine schweren Geldbeutel mehr mitgeführt werden, um beim Bäcker und im Restaurant bezahlen zu können. Auch wäre es für die Nutzer nicht mehr erforderlich, den nächsten Bargeldautomaten lange suchen zu müssen. Banken müssten nicht mehr in so großer Zahl entsprechende Automaten vorhalten und pflegen. Auch werden traditionelle Aufwände und Kosten für den Umtausch von Bargeld zwischen verschiedenen Währungen bei internationalen Aktivitäten vermindert bzw. ausgeschlossen.

Allerdings bringen – insbesondere deutsche Anwender – auch gute Gründe vor, warum sie auf das Bargeld nicht verzichten möchten. Hier werden insbesondere die Gefahren des „gläsernen Bürgers“ gesehen: Dadurch, dass bargeldlose Transaktionen leichter nachvollziehbar und prüfbar sind, bestehen auch die Gefahren und Risiken, dass solche vorliegenden Daten missbräuchlich verwendet werden. Oder sie werden vom Staat oder anderen Interessenträgern gesammelt und für ihre Zwecke eingesetzt. Dem gegenüber stehen die Chancen, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Betrug international besser und effizienter bekämpfen zu können.

Zusammenfassung

International sind bargeldlose Zahlungsmittel seit Jahren auf dem Vormarsch. Bargeld wird zunehmend zurückgedrängt, weil dieses Zahlungsmittel für den Nutzer in Besorgung und Verwaltung vergleichsweise aufwendig und kostenträchtig ist. Bargeldlose, insbesondere mobile Zahlungen sind deutlich einfacher, praktischer und kostengünstiger abzuwickeln. Auch für die Bekämpfung von Geldwäsche-, Steuerhinterziehungs- und Betrugssachverhalten wird die bargeldlose Zahlung insbesondere auch politisch unterstützt und vorangetrieben. Zu Recht werden im Gegenzug allerdings auch die Gefahren des „gläsernen Bürgers“ gesehen. Eine missbräuchliche Verwendung der entstehenden Daten ist eine große Sorge der Verfechter des Bargelds. Dieser Besorgnis muss durch entsprechende Maßnahmen Rechnung getragen werden, so dass auch in Deutschland das bargeldlose Zahlen mehr Unterstützung und Dynamik erfährt. Denn sonst wird Deutschland diesbezüglich international zunehmend abhängt. Wir in Deutschland können nicht wollen, dass wir bei solchen wichtigen technologischen Neuerungen auf internationaler Ebene erneut nur Nachläufer bzw. bestenfalls Mitläufer bleiben.

Viele Grüße

Andreas

P.S. Wie sind Deine Erfahrungen mit Zahlarten? Auf welche Weise zahlst Du besonders gern?