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Email – Zero.

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Wer kennt das nicht … am Morgen öffne ich mein Email-Fach und eine Flut neuer Emails ist eingegangen. Sie stehen mithin zur Bearbeitung an. Was bedeutet das ? Es deutet an, dass der Absender der Mail mir eine Information oder Aufgabe hinterlassen hat. Warum sollte ich mir diese Email anschauen ? Vielleicht sind interessante Informationen oder wichtige Aufgaben enthalten, welche ich mir anschauen sollte. Vielleicht handelt es sich aber auch um unwichtiges und potenziell zeitraubendes Zeug. Die verschiedenen Gruppen von Mails zügig herauszufiltern ist dabei eine wesentliche Aufgabe. Auch möchte ich nur Themen aufgreifen, die mir auch wichtig sind bzw. solche, die – aus welchen Gründen auch immer – dringend sind. Wie sortiere ich daher meine Emails, die ich einzeln anschaue und öffne ?

  1. Email direkt als unwichtig kategorisiert – sofort löschen.
  2. Email innerhalb 2 Minuten erfolgreich und final bearbeitet, dann archiviert bzw. gelöscht.
  3. Email enthält ausschließlich Information: innerhalb 2 Minuten sichten und anschließend archivieren.
  4. Email enthält eine Aufgabe, die grundsätzlich zu erledigen ist: Feststellen, inwiefern zeitlich kritisch, dann entsprechend einordnen, d.h. sofort erledigen oder auf Wiedervorlage zu einem bestimmten Zeitpunkt legen.
  5. Emailfach auf diese Weise leeren -> Email Zero.

Diese Vorgehensweise gehe ich zweimal am Tag durch – einmal gegen 10 Uhr, das andere Mal gegen 14 Uhr. Außerhalb dieser Zeit werden Emails grundsätzlich nicht bearbeitetet. Dadurch sichere ich mir ein konzentriertes und fokussiertes Arbeiten, welches nicht durch laufend eingehende Emails unterbrochen wird. Ich behalte die Kontrolle über die Einteilung und Priorisierung meiner Zeit.

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„memento mori“ – Erinnere Dich daran, dass Du sterben wirst. Oder: Nutze bewusst Deine Zeit !

„Bereite Dich in Gedanken auf das Ende Deines Lebens vor. Verschiebe nichts. Gleiche täglich die Bilanz Deines Lebens aus… Derjenige, der sich des Endes seines Lebens täglich vergegenwärtigt, ist nie in Zeitnot.“ – Seneca.

Jeder Mensch verfügt tagtäglich über ein identisches Zeitkontingent auf Erden – genau 24 Stunden. Entscheidend ist es daher, bewusst zu entscheiden, wofür wir dieses Zeitkontingent einsetzen. „Ich habe keine Zeit“ – das stimmt nicht. „Ich habe dafür keine Zeit bzw. Ich nehme mir dafür keine Zeit“ – korrekt: Es ist mir nicht wichtig genug, dafür möchte ich meine Zeit nicht investieren. Ich investiere meine gegebene Zeit auf Erde bewusst für bestimmte Aktivitäten, die ich alleine festlege.

Mit „memento mori“ finde ich einen Weg, mich meiner Sterblichkeit regelmäßig zu erinnern. Ich will nie vergessen: es könnte jeden Moment vorbei sein.

Die Stoiker schätzen diesen Gedanken als belebend – und sie haben Recht. Sich an diese Tatsache zu erinnern, ist aus Sicht der Stoiker eine der wichtigsten und entscheidenden Aufgaben des Menschen.

Nicht überraschend ist daher, dass eine von Senecas Biographien lautet „Jeden Tag sterben“. Letztlich ist es Seneca, der uns drängt, zu uns selbst zu sagen „Es könnte sein, dass Du morgen nicht mehr aufwachst.“, wenn wir abends ins Bett gehen und „Es könnte sein, dass Du zum letzten Mal geschlafen hast“, als Erinnerung an unsere Sterblichkeit, wenn wir morgens aufwachen. Ein anderer Stoiker, Epictetus, drängte seine Studenten: „Behalte den Tod täglich vor Augen, gleichzeitig mit allem, was Dir schlimm erscheint – dadurch wirst du nie eine schlechte Gedanken oder übertriebene Wünsche haben.“ In Meditationen schrieb Marcus Aurelius „Es könnte sein, das du das Leben genau jetzt verlassen könntest. Denke daran, wenn Du entscheidest, was Du als nächstes tust, sagst oder denkst.“ Das ist eine Erinnerung daran, das Leben im JETZT bewusst und positiv zu LEBEN, und nicht abzuwarten.

Zusammenfassung:

Mit der regelmäßigen Erinnerung an „Memento mori“ erzeuge ich positive Gedanken zur Priorisierung und Bedeutung meines täglichen Handelns.

Die Bedeutung von externen Faktoren, äußeren Einflüssen und Einwirkungen, die um mich herum geschehen und passieren, kann ich dadurch in die richtigen Perspektive rücken. Ich kann die Wichtigkeit und Dringlichkeit von Themen besser einordnen und priorisieren, d.h. dafür Zeit investieren – oder eben nicht.

Zeit ist als ein Geschenk zu behandeln, sie sollte nicht verschwendet werden für Unwichtiges und Triviales. Der Tod macht das Leben nicht sinnlos, sondern vielmehr zielgerichtet und erfüllt. Und glücklicherweise müssen wir nicht sterben, um das Positive darin zu sehen. Es reicht aus, wenn wir uns einfach daran erinnern und uns damit näher an das Leben heranbringen, das wir leben möchten.